Rückblick: Social Media fickt dein Hirn

Am Freitagabend gab es einen Vortrag von Michael über Social Media. In diesem Beitrag findest du die ein paar Infos und Links. Am 27.05. geht es mit den nächsten Vortrag weiter.

Werbung

Das Geschäftsmodell der meisten Plattformen besteht aus Datensammeln, Profile anlegen und dann passgenaue Werbeplätze zu verkaufen. Das funktioniert ziemlich gut. Signal hatte dazu eine Kampagne gestartet in der sie Anzeigen schaltetet auf denen nur Stand warum man dieses Bild jetzt gerade eigentlich zu sehen bekommt.

www.signal.org

Bei Google lohnt sich ein Blick in den Google Account (u.A. Webaktivität, Personalisierte Werbung), dort kannst du z.B. sehen in welche Kategorien dich Google gesteckt hat.

Neben dem klassischen Werbeblocker wie uBlock Origin ist ein DNS Werbeblocker eine feine Sache. Beispiel AdGuard DNS. Zu dem Thema gibt es am 27.05 einen weiteren Vortrag.

Bei politischer Werbung kann das auch dazuführen, dass Leute personalisierte Anzeigen bekommen. Diese werden „Dark Ads“ genannt, weil sie im gewöhnlichen Feed der Partei nicht zu sehen sind. Das ZDF Magazin hatte dazu ein interessantes Projekt zur Bundestagswahl 2021: www.targetleaks.de. Generell ist das ZDF Magazin Royale ein guter Tipp für unterhaltsame Vermittlung von Medienkompetenz. Folgende Sendungen passen zum Thema:

ZDF Magazin Royale – Die schmutzigen Facebook-Tricks der Parteien

ZDF Magazin Royale – Wie Facebook weltzeit Demokratien zerstört

Zeit

Das eigentliche Thema ist aber die Zeit. Social Media braucht deine Zeit, damit du die ganze Werbung gucken kannst. Um dich zu fesseln gibt es viele ausgeklügelte Techniken, die ARTE in einer Videoreihe zusammengefasst hat. 8 Clips mit rund 8 Minuten, die sich in jedem Fall lohnen.

ARTE Dopamin – Facebook

ARTE Dopamin – Snapchat

ARTE Dopamin – Instagram

ARTE Dopamin – YouTube

ARTE Dopamin – Candy Crush

ARTE Dopamin – Tinder

ARTE Dopamin – Uber

ARTE Dopamin – Twitter

Falls du lieber liest statt guckst, sei dir der folgende Artikel von der Computerzeitschrift C’t an’s empfohlen: Die Psychotricks der App-Entwickler.

Emotionen

Am besten kriegt man die Leute über Emotionen. Leider klappt es mit der Emotion „Wut“ fast am besten. Das führt dazu, dass negative Beiträge leider mehr Aufmerksamkeit bekommen als andere.

Das funktioniert bei Falschmeldungen leider gut. Selbst ausprobieren kannst du das beim Browser-Spiel Get Bad News.

Der Verein „Mimikama“ betreibt einen Blog, der sich täglich mit Falschmeldungen beschäftigt und diese berichtigt. In der aktuellen Zeit eine äußerst wichtige Seite: www.mimikama.at

Die Doku „The Social Dilemma“ (leider nur auf Netflix) greift das gut auf. Absolute Guck-Empfehlung falls du Netflix hast.

Das permanente beschäftigen mit negativen Schlagzeilen hat einen eigenen Begriff bekommen: Doomscrolling. Abhilfe schaffen: Benachrichtigen ausschalten, Ticker ausschalten, Nachrichten zu einem festgelegten lesen oder (obacht!) analoge Tageszeitung lesen.

Oder sich aber auch über Gute Nachrichten informieren, freuen und weiterleiten. Beispiel:

goodnews.eu – Deine tägliche Dosis Optimismus

Algorithmus

Der Algorithmus steuert deine Startseite bei Instagram etc. Mit jeder Aktion fütterst du ihn mit Infos über dich. Dadurch lernt der Algorithmus dich richtig gut kennen und weiß was dir gefällt. Das bekommst du dann auch vermehrt zu sehen. Leider nicht, weil er dich mag, sondern damit lange bei Instagram bleibst und Werbung guckst.

Gut, dass jemand dem Algorithmus auf die Finger schaut: www.algorithmwatch.org

Alternativen

Algorithmusfreie Alternativen zu den großen Plattformen gibt es natürlich auch. Allerdings mit einem großen Nachteil: deine Freunde sind (noch) nicht dort.

Chatten

Mit Messenger kannst du aber ja einfach mal anfangen. Signal / Threema statt WhatsApp. Beide Apps haben keinen Status – kein Zwang alle 24 Stunden die App zu öffnen. Threema ist kostenpflichtig, du hast die mit Geld und nicht mit Daten bezahlt. Signal ist eine nicht-kommerzielle Stiftung, bei übrigens einer der WhatsApp-Gründer im Vorstand sitzt.

Suchen

Und natürlich sind Suchmaschinen auch ein guter Startpunkt für die Konkurrenz. Weniger Daten von dir sammeln u.A.

www.duckduckgo.com

www.startpage.com

www.metager.de

www.fireball.de (die gibt es wirklich noch!)

Mastodon kommt als alternative zu twitter langsam in Schwung.

Mit humhub kannst du ein eigenes kleines Facebook-Groups aufmachen – ideal für Vereine! 😉

Zu all den Alternativen gibt es am 27.05 den nächsten Vortrag. Gegen 20:00 Uhr im Abteil 42. Vortrag + Feierabendbier 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.